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Mehrwertsteuersenkung drückt Inflationsrate ins Minus
Zusammenfassung:Die Senkung der Mehrwertsteuer hat die deutschen Verbraucherpreise im Juli erstmals seit mehr als vier Jahren fallen lassen. Sie sanken um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am
Berlin (Reuters) - Die Senkung der Mehrwertsteuer hat die deutschen Verbraucherpreise im Juli erstmals seit mehr als vier Jahren fallen lassen.
Sie sanken um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Ein negatives Vorzeichen bei der Inflationsrate gab es zuletzt im April 2016. Im Vormonat Juni lag die Teuerungsrate noch bei plus 0,9 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf plus 0,2 Prozent erwartet.
“Offenbar haben die Händler und Dienstleister die Mehrwertsteuersenkung zu einem beträchtlichen Teil an ihre Kunden weitergegeben”, erklärte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner die Entwicklung. “Die deutsche Inflationsrate dürfte aber nicht lange negativ bleiben, da insbesondere die Energiepreise wieder zulegen sollten.”
ENERGIE VERBILLIGT SICH MERKLICH
Die Bundesregierung hat die Mehrwertsteuer im Kampf gegen die Corona-Rezession gesenkt, um den Konsum und so die Erholung anzuschieben. Der reguläre Steuersatz wurde bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkt, der ermäßigte von sieben auf fünf Prozent. Viele Unternehmen haben versprochen, die Senkung vollständig an die Verbraucher weiterzugeben.
Waren verbilligten sich im Juli um durchschnittlich 1,4 Prozent. Dabei fielen die Energiepreise mit 6,7 Prozent besonders stark. Nahrungsmittel verteuerten sich mit 1,2 Prozent deutlich langsamer als in den Vormonaten, als es Preisaufschläge von jeweils mehr als vier Prozent gab. Auch Dienstleistungen kosteten 1,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Wohnungsmieten legten erneut um 1,4 Prozent zu.
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